Archiv für Februar 2010

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Pause.

28.02.2010

Das war es also. Vier Wochen und nur drei veröffentlichte Artikel. Das Experiment Sechzig Watt wird hiermit auf unbestimmte Zeit pausiert.

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Trinkgeld.

20.02.2010

Man nehme eine beliebige Menge Trinkgeld. So. In dieser Welt gibt es davon natürlich so einige Mengen, aber nehmen wir mal nur eine davon.

Trinkgeld ist dann genau genommen einfach nur Blindleistung, die keinem was bringt. Außer Inflation. Wenn du bei einer Dienstleistung Trinkgeld gibst, wird diese Person mit ziemlicher Sicherheit irgendwann auch Trinkgeld an jemand anderen geben, vielleicht sogar die gleiche Menge. Das Trinkgeld wandert quasi von einem Besitzer zum nächsten und leidet also an Bindungsangst. Das ließe jetzt Schlüsse auf eine schwere Kindheit o. Ä. zu, aber ginge zu weit.
Bis es auf jemanden trifft, der egoistisch ist. Der behält sich diese Menge an Trinkgeld für sich und nutzt es nicht als solches. Stattdessen kauft er sich früher oder später etwas mehr oder weniger Schönes davon. Das Trinkgeld verliert somit seinen besonderen Status und wird als “normales” Geld zweckentfremdet.

Der, der das Geld schlussendlich einnimmt, wird auch irgendwann Trinkgeld geben, daher wird es nur vorübergehend zu normalem Geld. Aber nur, wenn die Person nicht schon selber einmal Trinkgeld erhalten hat, weil sonst ist die Menge, die da gegeben wird, eine andere, als die, die vorher zweckentfremdet wurde.
Jeder, der also einmal Trinkgeld erhalten hat, muss über eine unendlich lange Zeit verteilt diese Menge im Ganzen oder in Teilen wieder als solches weitergeben, damit es nicht zweckentfremdet wird.

Wo die Pointe bleibt? Es gibt keine. Nur, dass Trinkgeld eigentlich keinen richtigen Zweck zu erfüllen scheint. Und Leute, die überhaupt nie Trinkgeld geben, müssten statistisch gesehen um einiges mehr zur Verfügung haben als der Rest.

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Raucher.

12.02.2010

Diese Raucher sind schon so ein Völkchen. Und ich halte mich hier ganz bewusst an den selben Ton wie in diversen Zeitungs- und Fernsehberichten, wenn wieder einmal debattiert wird, wie arm die Raucher wären, würde ihnen ihr liebstes Hobby jetzt verboten. Jetzt haben wir bereits Frauen- und Ausländer- und Behindertenquote, da käme so eine Maßnahme ja fast schon zynisch! Man hat das Gefühl, sie gehörten zu einer vom Aussterben bedrohten Tierart, die es unbedingt zu schützen gelte!

Auf einmal sind es nicht mehr die Nichtraucher, die ohnehin schon die längste Zeit unter der Geruchsbelästigung und einer zum Teil nicht unerheblichen Gesundheitsbelastung leiden, sondern es sind die Raucher, die an den Nichtrauchern leiden! Ja darf denn so etwas sein!?
Soll man die Raucher denn etwa ausrotten? Nein, wehe es würde ein allgemeines Rauchverbot in Lokalen endlich und kompromisslos durchsetzt, das wäre das Ende! Das Ende von was eigentlich?

Das Ende von guten Umsätzen in der Gastronomie? Ich traue mich zu wetten, dass mindestens ebenso viele Nichtraucher, die Cafés und dergleichen eben wegen dem Gestank bisher gemieden haben, auf einmal wieder zu zahlender Kundschaft werden, wie Raucher, die jetzt tatsächlich öffentlich dazu gezwungen werden, auf ihre Glimmstängel zu verzichten, diese Einrichtungen jetzt konsequent meiden.
Das Ende für die Tabakindustrie? Genauso lächerlich. Daheim und draußen darf ja trotzdem jeder machen, was er will.
Außerdem: Wie viele Raucher gibt es, die sich nicht selber oft wünschten, sie würden nach einer Tasse Kaffee nicht stinken wie ein Aschenbecher?

Wie wäre es mit: Soll doch wenigstens eine Probezeit für ein allgemeines Rauchverbot festgelegt werden, dann wird man ja sehen, wie es sich auf Umsätze und Stimmung auswirkt.
Nein. Zu einfach!
Stattdessen: Komplizierte Verordnungen zum Nichtraucherschutz (bzw. genau genommen ja Raucherschutz, ansonsten wäre die ganze Diskussion ja hinfällig), die die Gastronomen teuer kommen. Sprich: Lokale in Raucher- und Nichtraucherzonen unterteilen, erfordert natürlich oft einige bauliche Maßnahmen.
Bitte, wenn es so allen lieber ist? Jetzt können die penetranten Raucher richtig schön demonstrativ in “ihre” Hälfte des Lokals und höhnisch Rauchen, die Nichtraucher starren böse zurück, schwören, dass dieser Kampf noch nicht vorüber ist, und der Wirt… erhöht seine Preise wieder einmal, damit er das ausgegebene Geld für diese Unterteilung wieder rein bekommt. Darüber, dass mindestens eine Hälfte seiner Gäste jetzt wie in einem Käfig gehalten wird, denkt er besser nicht nach.

Es lebe der Kompromiss. Irgendjemand wird schon gründlich darüber nachgedacht haben. Vielleicht mischen sich demnächst auch noch ein paar Feministinnen ein, dann wird das Rauchen für Männer generell verboten und für Frauen generell erlaubt. Und für Immigranten. Und für Behinderte.

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Motivation.

01.02.2010

Ich muss zugeben: Ich wollte an dieser Stelle eigentlich mal meine Enttäuschung zum Ausdruck bringen, angesichts der fast schon im negativen Bereich befindlichen Besucherzahlen. Jetzt sind die aber in den letzten paar Tagen doch ein bisschen nach oben gegangen. Hm.

Ja sicher: Sechzig Watt muss ohne bahnbrechendes, einzigartiges, nie dagewesenes Konzept auskommen und wird aus der Masse an Blogs nicht wirklich herausstechen (es ist aber auch unfassbar, wie viele Blogs es gibt!). Sechzig Watt war auch von Anfang an so positioniert, also darf ich gar nicht meckern.
Weil wie ich festgestellt habe: Sarkasmus und Zynismus sind heutzutage schon recht weit verbreitet. Allgemeine, kollektive Frustration oder war das früher auch schon so? Zumindest kann ich dem nichts mehr abgewinnen, wenn zu mir jemand sagt, ich sei sarkastisch – irgendwie ist es einfach jeder. Ich habe mich aber auch nie als den großen Zyniker gesehen.

Nur: Es ist genauso unglaublich, wie viele Blogleichen im Internet herumschwirren – Leute, die genau wie ich die Idee hatten, ein bisschen zu schreiben, einen, vielleicht zwei harmlose (und damit meine ich noch anspruchslosere, da inhaltslos administrative) Einträge verfassen – und sich danach nie wieder damit befasst haben.
Genau DAS war auch die ursprüngliche Motivation: Wenn schon bloggen, dann bitte auch konsequent, und mögen die Besucherzahlen auch noch so niedrig sein.

Was soll ich sagen: Vier Monate sind um. Die ersten zwei davon gar nicht unerfreulich, Dezember fällt wegen Kreativitätspause (die ich, muss man sagen, auch genutzt und eingehalten habe! Viele melden sich nach so etwas ja gar nicht mehr!) aus und der vergangene Jänner konnte wieder ein paar Besucher mehr als der Dezember verzeichnen. Immerhin.
Was fehlt also? Ganz klar: Der Dialog. Leute, es gibt eine Kommentarfunktion, schon etwas davon gehört? Einige wenige Kommentare gibt es ja doch schon, dafür bin ich dankbar, das bin ich schon für ein einfaches “Bin deiner Meinung!” oder “Finde ich nicht…”

So anspruchslos, allgemein und oberflächlich manche (oder viele) meiner Einträge auch sein mögen: Sie werden doch wohl irgendwie zum einen oder anderen Gedankengang anregen, der mitgeteilt werden möchte? Ich bin nur eine einzelne Person, die Themen im Alleingang behandelt. Ich kann und will gar nicht immer alle Aspekte eines Sachverhaltes sehen, und manchmal machen mich andere auf bestimmte Dinge aufmerksam, die ich übersehen habe. Diskussion ist das Schlagwort! Etwas Anregung von außen reicht schon, um zu wissen, dass die Leute das Geschriebene nicht nur lesen, sondern auch verstehen (oder eben nicht, aber das weiß ich ohne Rückfragen ja nicht!).

Und für alle, denen diese Seiten hier wirklich zu anspruchslos sind: Hundert Watt, für die helleren Leuchten unter euch, ist auf WordPress noch nicht vergeben!

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