
Raucher.
12.02.2010Diese Raucher sind schon so ein Völkchen. Und ich halte mich hier ganz bewusst an den selben Ton wie in diversen Zeitungs- und Fernsehberichten, wenn wieder einmal debattiert wird, wie arm die Raucher wären, würde ihnen ihr liebstes Hobby jetzt verboten. Jetzt haben wir bereits Frauen- und Ausländer- und Behindertenquote, da käme so eine Maßnahme ja fast schon zynisch! Man hat das Gefühl, sie gehörten zu einer vom Aussterben bedrohten Tierart, die es unbedingt zu schützen gelte!
Auf einmal sind es nicht mehr die Nichtraucher, die ohnehin schon die längste Zeit unter der Geruchsbelästigung und einer zum Teil nicht unerheblichen Gesundheitsbelastung leiden, sondern es sind die Raucher, die an den Nichtrauchern leiden! Ja darf denn so etwas sein!?
Soll man die Raucher denn etwa ausrotten? Nein, wehe es würde ein allgemeines Rauchverbot in Lokalen endlich und kompromisslos durchsetzt, das wäre das Ende! Das Ende von was eigentlich?
Das Ende von guten Umsätzen in der Gastronomie? Ich traue mich zu wetten, dass mindestens ebenso viele Nichtraucher, die Cafés und dergleichen eben wegen dem Gestank bisher gemieden haben, auf einmal wieder zu zahlender Kundschaft werden, wie Raucher, die jetzt tatsächlich öffentlich dazu gezwungen werden, auf ihre Glimmstängel zu verzichten, diese Einrichtungen jetzt konsequent meiden.
Das Ende für die Tabakindustrie? Genauso lächerlich. Daheim und draußen darf ja trotzdem jeder machen, was er will.
Außerdem: Wie viele Raucher gibt es, die sich nicht selber oft wünschten, sie würden nach einer Tasse Kaffee nicht stinken wie ein Aschenbecher?
Wie wäre es mit: Soll doch wenigstens eine Probezeit für ein allgemeines Rauchverbot festgelegt werden, dann wird man ja sehen, wie es sich auf Umsätze und Stimmung auswirkt.
Nein. Zu einfach!
Stattdessen: Komplizierte Verordnungen zum Nichtraucherschutz (bzw. genau genommen ja Raucherschutz, ansonsten wäre die ganze Diskussion ja hinfällig), die die Gastronomen teuer kommen. Sprich: Lokale in Raucher- und Nichtraucherzonen unterteilen, erfordert natürlich oft einige bauliche Maßnahmen.
Bitte, wenn es so allen lieber ist? Jetzt können die penetranten Raucher richtig schön demonstrativ in “ihre” Hälfte des Lokals und höhnisch Rauchen, die Nichtraucher starren böse zurück, schwören, dass dieser Kampf noch nicht vorüber ist, und der Wirt… erhöht seine Preise wieder einmal, damit er das ausgegebene Geld für diese Unterteilung wieder rein bekommt. Darüber, dass mindestens eine Hälfte seiner Gäste jetzt wie in einem Käfig gehalten wird, denkt er besser nicht nach.
Es lebe der Kompromiss. Irgendjemand wird schon gründlich darüber nachgedacht haben. Vielleicht mischen sich demnächst auch noch ein paar Feministinnen ein, dann wird das Rauchen für Männer generell verboten und für Frauen generell erlaubt. Und für Immigranten. Und für Behinderte.
