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Schneeräumung.

02.12.2010

Wenn es etwas gibt, auf das man sich wie das Amen im Gebet verlassen kann, dann auf das Überengagement der Straßenräumung im Winter. Den gleichen Wahn, den Grundstücksbesitzer im Sommer mit dem Rasenmähen betreiben, verfolgen die städtischen Kommunen zur kalten Jahreszeit.

Konnte man sich früher über verschneite Landschaften freuen und mussten die Autofahrer an manchen Stellen eben etwas vorsichtiger als sonst fahren (nennt sich unter Anderem Können, Berücksichtigung der Fahrbahnbeschaffenheit, Fahrzeugbeherrschung, entsprechende Ausrüstung und so fort), kann man heute vermutlich nicht mal mehr einen Schneeball auf die Straße werfen, ohne im nächsten Moment zusehen zu müssen, wie ein Räumfahrzeug quasi aus dem Nichts erscheint und ihn wegräumt (sofern er nicht ohnehin vorher bereits vom Salz zerfressen wurde).
Dem Chaos, das zum Winter einfach dazugehört, wird gar keine Chance mehr gelassen. Prophylaktisch wird mitten in der Nacht in (garantiert nicht dicht befahrenen) Wohngebieten jeder Millimeter abgetragen, mit einer Sorgfalt, die man sich bei sonst wo nur erträumen kann. Dass man dabei jeden Straßenzug so lange bearbeitet, bis wirklich jeder hellwach im Bett liegt, ist natürlich Ehrensache. Warum bloß denke ich angesichts dieser Hysterie, de exponentiell mit jedem Zentimeter liegen gebliebenem Schnee wächst, an geheime Krisensitzungen mitten in der Nacht?

“Leute, laut Wetterbericht soll es bis zu einen Zentimeter Neuschnee geben in den nächsten 24 Stunden. Wir müssen handeln. Geht da raus und gebt euer Bestes!”

Andererseits ist es auch verständlich. Jetzt, wo neue Autos dem Fahrer eh schon nichts mehr abverlangen, dank zahlloser elektronischer Fahrhilfen, würden deren Besitzer schon ziemlich bloßgestellt, kämen sie bei drei Zentimeter Neuschnee ins Trudeln. Und an die famosen SUVs darf man gar nicht erst denken! Solche Peinlichkeiten erspart man sich und dem Rest der Bevölkerung lieber. Und einen winterlich-romantischen Anblick auch.
Es wird doch nicht am Ende einfach nur um einen Haufen Geld gehen!?

2 Kommentare

  1. Hallo, lieber 60-Watt, verrate mir doch bitte, in welcher Stadt du lebst! Wo gibt es diesen Überschuss an Schneeräumgeräten? Gemeinsam könnten wir vielleicht unsere Stadtverwaltungen zu einem segensreichen Austausch bewegen: Ihr borgt uns einige Schneepflüge und wir — hm — naja — grübel — ich hab’s: Wir bereichern euch mit richtig lustigen Gesellen und Gesellinnen, echten Clowns also, denn davon haben wir wirklich genug! In unserer Stadtverwaltung!!!


    • Vergiss es, ausm westlichen Bundesland ;)
      Und außerdem würden die die Räumgeräte um keinen Preis der Welt hergeben…



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