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Rechtschreibung.

29.11.2009

Ein Thema, das mir schon immer am Herzen gelegen ist und nach wie vor wichtig erscheint, ist die Rechtschreibung.
Ob es nun ein Fluch oder ein Segen ist, wenn man wie ich damit keine Probleme hat, sei dahingestellt. Wobei, wenn ich den Gedanken einfach fortsetze, werde ich eher zum Schluss kommen, dass es ein Fluch ist, und zwar für beide Parteien.

Ich, als Leser, bemerke Fehler einfach allzu leicht, als dass ich sie ignorieren könnte. Innerlich stelle ich mir dabei jedes einzelne Mal die Frage nach dem Warum (Ausnahmen sind natürlich Tippfehler, die passieren nun mal). Für mich ist eine korrekte Rechtschreibung so selbstverständlich wie der obligatorische Rülpser nach Genuss von Mineralwasser oder etwas Anderem, mit Kohlensäure Versetztem.
Für den Verfasser bedeutet dies, sofern er in meiner unmittelbaren Nähe oder in Kontakt zu mir steht, dass er mit etwas Glück nicht von mir darauf hingewiesen wird, und in der Regel ist das auch gut so, weil keiner gerne korrigiert wird. Normalerweise wird mein Drang, über einen Fehler aufzuklären, mit Augenrollen und lautem Schnaufen belohnt.
Manchmal passiert es mir bei Fremdwörtern, dass ich plötzlich selber von jemandem auf einen Fehler hingewiesen werde. Ja, das ist peinlich. Aber meine Reaktion ist eine andere. Anscheinend hat sich der Großteil bereits mit “seiner eh bekanntermaßen katastrophalen Rechtschreibung” abgefunden und belässt es dabei. Rechtschreibung ist ja ohnehin unwichtig. Und diese Aussage bringt mich schon ein bisschen in Rage.

Es darf einfach nicht egal sein, wie gewisse Dinge geschrieben werden. Eigentlich sind es ja nicht einmal die groben Fehler, die mich aufregen.
Vielmehr ärgere ich mich jedes Mal über sinnlose Leerzeichen, die aus einem eigentlich ganzheitlich gemeinten Begriff plötzlich zwei völlig voneinander isolierte Wörter machen; total hirnlose Beistrichsetzung, die schon allein beim Lesen in Gedanken völlig falsch klingt; Zeitungsartikel und Bücher, in denen die alte Rechtschreibung vorkommt und immer noch das scharfe S statt Doppel-S verwendet wird und wiederkehrende Fehler bei anderen Personen, wenn ich sie schon darauf hingewiesen habe.
Das sind alles Dinge, die ganz einfach unnötig, da vermeidbar, sind und zur Allgemeinbildung gehören. Zugegebenermaßen sind die Regeln der Neuen Deutschen Rechtschreibung nicht wirklich hilfreich, da diese wohl eher aus Ausnahmen zu bestehen scheint. Manchmal scheinen die Autoren gewisser Textfetzen aber nicht einmal nachdenken zu wollen!

Ein gewisser Standard und ein gewisses Niveau gehören aber in eine moderne und ach so gebildete Gesellschaft wie unsere einfach dazu, ansonsten mündet das ganze in eine schriftliche Anarchie, in der keiner mehr weiß, was jetzt eigentlich richtig und was falsch ist. Und nein, Wörterbücher werden die Situation auch nicht unbedingt entschärfen, denn Menschen tendieren eher dazu, Texte mit Inhalt  zu lesen und sich die Fehler abzuschauen, anstatt in Wörterbüchern zu blättern. Das totale Chaos. Da wieder ein System reinbringen?

Jaja, dramatisch, dramatisch. Was würde die Gesellschaft bloß ohne Leute wie mich machen, die den Ernst der Situation richtig übertreiben einschätzen…

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