Archiv für die Kategorie ‘Geld’

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Trinkgeld.

20.02.2010

Man nehme eine beliebige Menge Trinkgeld. So. In dieser Welt gibt es davon natürlich so einige Mengen, aber nehmen wir mal nur eine davon.

Trinkgeld ist dann genau genommen einfach nur Blindleistung, die keinem was bringt. Außer Inflation. Wenn du bei einer Dienstleistung Trinkgeld gibst, wird diese Person mit ziemlicher Sicherheit irgendwann auch Trinkgeld an jemand anderen geben, vielleicht sogar die gleiche Menge. Das Trinkgeld wandert quasi von einem Besitzer zum nächsten und leidet also an Bindungsangst. Das ließe jetzt Schlüsse auf eine schwere Kindheit o. Ä. zu, aber ginge zu weit.
Bis es auf jemanden trifft, der egoistisch ist. Der behält sich diese Menge an Trinkgeld für sich und nutzt es nicht als solches. Stattdessen kauft er sich früher oder später etwas mehr oder weniger Schönes davon. Das Trinkgeld verliert somit seinen besonderen Status und wird als “normales” Geld zweckentfremdet.

Der, der das Geld schlussendlich einnimmt, wird auch irgendwann Trinkgeld geben, daher wird es nur vorübergehend zu normalem Geld. Aber nur, wenn die Person nicht schon selber einmal Trinkgeld erhalten hat, weil sonst ist die Menge, die da gegeben wird, eine andere, als die, die vorher zweckentfremdet wurde.
Jeder, der also einmal Trinkgeld erhalten hat, muss über eine unendlich lange Zeit verteilt diese Menge im Ganzen oder in Teilen wieder als solches weitergeben, damit es nicht zweckentfremdet wird.

Wo die Pointe bleibt? Es gibt keine. Nur, dass Trinkgeld eigentlich keinen richtigen Zweck zu erfüllen scheint. Und Leute, die überhaupt nie Trinkgeld geben, müssten statistisch gesehen um einiges mehr zur Verfügung haben als der Rest.

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Krise.

06.01.2010

Eigentlich hatte ich beschlossen, dieses Thema auszulassen angesichts der Lächerlichkeit und der ungeheuer inflationären Benutzung des Ausdrucks durch die Medien. Wer schluckt das eigentlich noch alles?

Es war einmal… irgendwann 2008, als ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen ist, und keiner hat es kommen sehen. Oh Schreck. Wer sitzt da und heult? Die, die es zum Einsturz gebracht haben. Natürlich muss will die Allgemeinheit (metaphorisch für Steuerzahler) diesen armen Kreaturen helfen, damit die möglichst schnell wieder so ein wackeliges Gerüst aufbauen können, oder was?

Mag sein, es hat auch echte Verlierer gegeben bei dieser Sache, die unschuldig waren. Nur allzu gern hätte man in den Nachrichten aber wöchentlich von tausenden Todesopfern berichtet, die an der direkten Folge der Krise gestorben sind. Vermutlich war man sogar seitens der Pharmaunternehmen kurz davor, eine Impfung gegen die Krise herauszubringen (oder einen beliebigen Ladenhüter, der zu einem solchen umdeklariert wurde). Andererseits waren aber auch wirklich alle viel zu beschäftigt damit, die Gelegenheit Krise zu nutzen, um vielleicht eh schon seit Längerem überflüssiges Personal abzubauen und möglichst staatliche Finanzspritzen zu bekommen. Es müssen eben Prioritäten gesetzt werden, und wie wir wissen, hat man für das Thema “Impfstoff” auch bald einen neuen Vorwand gefunden, aber darum geht es ja jetzt gar nicht.

In den Nachrichten lassen sich immer genau zwei Arten von Meldungen vernehmen: Entweder irgendwas habe sich wegen der Krise verschlechtert (auch wenn das rein überhaupt nichts damit zu tun hat) oder irgendwas hat sich trotz der Krise halten können oder sogar verbessert (man staune: die traditionsbewussten Österreicher kaufen an Weihnachten trotz der Krise (!!!!) Weihnachtsbäume UND Geschenke, ist denn sowas zu fassen!?).
Ich warte noch auf die neuerlichen Übernachtungsrückgänge beim (Ski)-Tourismus, ein Trend, der schon seit Jahren anhält. Paradoxerweise jubeln am Ende jeder Saison trotzdem alle mit einem Nächtigungsrekord, aber egal was kommt: Mit der Krise lässt sich schon eine passende Schlagzeile basteln, so oder so. Also entweder “Trotz Krise Nächtigungsrekord” oder “Nächtigungsrückgang wegen Krise” (nicht, dass da vielleicht mal der Zufall oder einfach eine ungünstige Wetterlage gerade bei Skiorten eine Rolle spielen könnten, abgesehen von den irrsinnigen Preisen).
Ja, die Leute fahren sogar noch mit dem eigenen Auto, telefonieren, lachen, heizen, fressen und scheißen – und das alles TROTZ DER KRISE!

Wie praktisch: So einen universell einsetzbaren Sündenbock hatte man schon lange nicht mehr! Wollen wir Preise und Steuern erhöhen? Sicher, für was haben wir denn die Krise! Zinsen auf praktisch Null setzen? Immer her damit! Angestellte entlassen und Gehälter (ausgenommen Manager und andere extrem wichtige Tiere, die brauchen mehr Geld wegen der Krise) kürzen? Jetzt ist die Gelegenheit!

Wie lange wird dieses Spiel jetzt noch so weitergehen, bevor die Luft raus ist?

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Tourismus.

01.01.2010

Früher konnte man noch Städte, Veranstaltungen, sogar so etwas wie Kulturen, Leute und Traditionen ansehen. Heute? Alles inszeniert. Perfekt bis ins letzte Detail.

Was ist eigentlich noch übrig vom “Vermächtnis” beliebter Länder und Örtlichkeiten? Eigentlich genau gar nichts. Man hat bei jeder Vorführung das Gefühl, es ist alles nur eine Show, die nichts mehr mit den ursprünglichen Werten zu tun hat.
Sicher nicht zu Unrecht! Wieso sollte denn auch für jeden Dreck sonst Eintritt verlangt werden, warum muss jeder Termin großartigst mit Broschüren, Flyern und Plakaten hinausposaunt werden, warum stecken hinter solchen Events plötzlich Firmen und Gesellschaften und nicht mehr die Leute?! Es wundert mich daher auch nicht, dass sich eigentlich immer weniger Einheimische als Zugereiste, Touristen und Urlauber dafür interessieren und entsprechend im Publikum stehen.

Darf’s ein bisschen mehr sein? T-Shirts, Postkarten, Souvenirs? 0815-Produkte mit Fanaufdruck zu überhöhten Preisen? Wird gerne angenommen! Ja aber sicher! Ist doch alles original! Da würde es vermutlich sogar Original Streichkäse aus der Ortschaft wo der Yeti geboren wurde geben und die Leute würden zuschlagen, auch wenn das gar nichts mit der Gegend zu tun hätte!

Es ist eben wie bei einer Umfrage oder Beobachtung. Sobald die Betroffenen eingeweiht sind, verhalten sie sich eben anders. So geht es mit diesen Tourismuszielen eben auch. Oh, die Leute mögen uns. Verkaufen wir uns und unsere Kultur, da lässt sich viel Geld daraus machen! Egal, ob es zu Lasten der eigentlichen Einwohner geht oder nicht, sprich: Wenn diese auch plötzlich Eintritt für ihre eigene Stadt bezahlen müssen. Eigentlich sollte es da spätestens bei jedem klingeln, dass etwas gehörig falsch läuft.

Wo liegt eigentlich der Anreiz als Tourist? Will ich eine Gegend besuchen, die sich unnatürlich natürlich benimmt, krampfhaft historisch, sich selber immer nur ins richtige Licht rückt und somit einfach unecht ist? Danke, dann kann ich doch gleich ein Foto von mir vor einem original Poster des liebenswürdigen Städtchens machen.

Es ist ja nicht einmal so, dass dieser Tourismus zum Wohle aller wäre. Auf einmal wundert man sich als Ureinwohner noch, was all diese Leute eigentlich plötzlich wollen. Sie versuchen, die Sprache und den Dialekt zu imitieren, machen Gesten und Bewegungen nach, fotografieren sich gegenseitig vor den scheußlichsten Kulissen (weil die Marketer sogar diese als total historisch sehenswürdig vermarkten). Geld machen damit wieder nur einige wenige, aber sicher nicht die Bevölkerung. Die ärgert sich dann mit generell gestiegenen Preisen in Gastronomie, bei Ausflugszielen, Veranstaltungen, Freizeitaktivitäten und was weiß ich noch wo. Wo Nachfrage herrscht, regiert eben auch der Preis.
Aber bitte. Wir brauchen die Touristen ja. Wir gehen ansonsten ja den Bach runter. Wie schon die hunderten Jahre davor. Oder wie?

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Schwarzmalerei.

16.11.2009

Wir essen zu viel, zu fett, zu salzig. Wir bewegen uns zu wenig und werden immer bequemer. Allergien sind mehr die Regel als die Ausnahme. Wirtschaftskrisen betreffen uns alle, Wohlstand und Reichtum gehören aber nur einigen wenigen. Wir zerstören die Umwelt, beuten die letzten Energiequellen aus, die Pensionen werden immer magerer, Fernsehen schlechter, Internet gefährlicher, das Wetter spielt verrückt, und dann auch noch die Grippewellen… HERRJE!
Wie können wir nur auf diesem Planeten überleben, und was hinterlassen wir da eigentlich den Generationen nach uns?
Die Berichterstattung wackelt böse mit dem Zeigefinger und will, dass wir uns alle mal gehörig schämen. Pfui, das kann’s doch nicht sein, mehr Disziplin bitte, Kinder!

Schlimmer als die eigentlich unabstreitbaren Tatsachen (ja, die Umwelt hat gelitten und sie leidet immer noch) sind aber diese absurden Panikmachen, wie vor einigen Jahren mit H5N1 oder gerade wieder neu aufgewärmt mit H1N1. Die Leute wollen sich teilweise ja sogar für blöd verkaufen lassen, nur haben die ersten Anspornversuche zur Impfung wenig gebracht. Resultat: Einfach mehr Berichte von der schlimmen, schlimmen Grippe und seinen Opfern, die jetzt wie Pilze aus dem Erdboden schießen. Na gut, dann lassen sich ein paar vorsichtige Gemüter doch impfen. Dann sind wieder alle zufrieden und beruhigt – man ist gesund, der Impfstoff kommt auch endlich weg.
Mag sein, dass es einige bestätigte Fälle gibt, aber das gleich zu einer Bedrohung solchen Ausmaßes aufzublasen – eigentlich müssten sich doch die Medien schämen. Demnächst raten sie der Bevölkerung, sich möglichst daheim zu verschanzen, zuvor aber noch kräftig Vorräte aufzustocken, kurbelt ja auch gleich die Wirtschaft an.

Eigentlich darf man als moderner Mensch überhaupt nichts mehr tun, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Autofahren? Einheizen? Warmes Wasser verwenden? Herkömmliche Glühbirnen verwenden, vielleicht als Leuchtmittel sogar für besser geeignet befinden? Nicht-Bio kaufen? Ökologisch nicht vertretbar.
Übrig gebliebene Lebensmittel wegwerfen? Nicht-Fair-Trade-Produkte kaufen? Ethisch ein echtes Problem.
Essen, was schmeckt? Mal egoistisch sein? Urlaub machen und faul sein? Andere nicht bemitleiden? Gerne übergewichtig sein? Besser nicht einmal daran denken! Was nicht der Norm entspricht, wird mit großen Augen angestarrt und geächtet, manchmal auch beneidet. Wie gut, dass für solche Fälle total hirnrissige Aufschläge verrechnet werden können, dann zB. unter Öko-Steuer oder was weiß ich laufen – das beruhigt das Gewissen doch gleich ungemein!

Alles, was sich der Mensch jemals aufgebaut hat, ist plötzlich falsch. Für jede Behauptung finden sich auch gleich eine Handvoll Experten, die gleich überirdische Theorien aufstellen, die ein halbwegs gut erzogener Tafelklassler mit reinem Hausverstand aufstellen könnte. Aber was sich gut nachvollziehen lasst, muss ja richtig sein. Guter Experte, braver Experte. Erklär uns ruhig, warum in der menschlichen Evolution eigentlich schon während der Steinzeit das Feuermachen eine Schädigung für die Umwelt war und deshalb schon verboten gehört hätte. Jetzt ist es zu spät und kollektives Kopfschütteln ist angesagt. Die böse Menschheit aber auch.

Wie viel schlechte Nachrichten muss ein Mensch pro Tag eigentlich aufnehmen, bevor er sein Pensum erreicht und sich dafür selber auf die Schultern klopfen darf? Oh, im Osten sind wieder  Autobomben hochgegangen,  Gebäude in Brand gesteckt worden,  Leute  gestorben. Welche Überraschung, aber morgen wird sicher alles besser. Ein bisschen Mitleid für die Welt, dann ist allen geholfen und ich darf Feierabend machen.
Braucht mir keiner erzählen, dass es nicht mindestens genauso viele gute Neuigkeiten gäbe, nur verkaufen sich die nicht halb so gut und sie lassen sich auch nicht reißerisch-dramatisch inszenieren.
An den Negativschlagzeilen erkennen wir ja, wie gut es uns im eigenen Land geht. Ach ja? Als ob die Berichterstattung für mehr Zufriedenheit sorgen wollte.

Also mich wundert meine eigene Abgestumpftheit in diesem Angelegenheiten schon nicht mehr, wenn ich das alles so betrachte. Ist der Mensch nicht generell so, dass er alles relativiert? Bei der Reizüberflutung müssen sich die Medien schon richtig Mühe geben, um da noch eins draufzusetzen. Abgesehen von der Analyse jetzt eben lässt mich die ganze Hysterie deshalb recht kalt, wenn sie mich nicht unmittelbar betrifft.

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Konsumwahn.

02.11.2009

Als Schüler kommt man ja nicht so sehr in die Verlegenheit, wirklich viel Geld  zu besitzen oder zu bekommen (wenn’s nicht gerade geldige Eltern gibt).
Aber sobald das erste fixe Einkommen da ist, wird’s interessant. Im Unterbewusstsein fängt man an zu planen. Die Anschaffung irgendwelcher bisher für völlig irrelevant befundener Gegenstände steht an. Man hat ja das Geld. Ein gutes Gefühl.

Freilich, die Umstände werden sich noch ändern. Aus der Schule raus ist man gleich, aus Hotel Mama vielleicht noch nicht gleich (wieder Ausnahme: Geldige Eltern). Entsprechend sind auch die eigenen monatlichen Ausgaben noch eher bescheiden anzusehen, was sich aber wieder relativieren lässt, wenn man davon ausgeht, dass das erste Einkommen nicht gerade mordsmäßig hoch ausfällt.

Ich persönlich hab mir eigentlich nie recht viel aus Geld gemacht. Lieber sparsam sein und es dann haben, wenn ich’s mal wirklich brauch. Hm. Aber wenn ich jetzt schon mal ein bisschen mehr hab, und das Ersparte nimmt mir ja auch keiner mehr weg, warum dann nicht einfach mal ab und zu irgendwo zuschlagen? Verdammt, der Konsumwahn. Die Vernunft ist plötzlich wie weggeblasen. Wozu ich den ganzen Krempel brauche, ohne den ich davor bestens ausgekommen bin? Irgendeine knappe Ausrede wird mir schon einfallen, schon allein des eigenen schlechten Gewissens wegen. Irgendwann ist das Geld halt dann wieder weg und ich reg’ mich wieder über mich selber auf.
Innerlich beneide ich schon jene, die statt der Schule gleich arbeiten gegangen sind. Und irgendwie auch nicht, weil wenn ich solchen Zeitgenossen zuhöre, dann dreht es sich einfach SEHR oft ums Geld. Da bekommt man schnell das Gefühl, dass Anschaffungen nicht zur eigenen Befriedigung gemacht werden, sondern aus Langeweile und, eh klar, um sich in der Gruppe zu behaupten. In solch einen Materialismus will ich dann lieber doch nicht hineinschlittern, danke. Ein bisschen Prioritäten setzen wird man dann doch noch können im Leben.

Überhaupt scheint es nur zwei Arten von “Personen mit Geld” zu geben: Die, die ständig nur damit angeben, kaufen, Häuser umbauen und so weiter. Und jene, die zwar Geld haben, aber ständig damit geizen. Wo bleiben die normal-gebliebenen? Die bodenständigen? Oder kann ich als Person ohne einen Haufen Geld sowieso nur schlecht über die oberen zehntausend denken? Das geht nur allzu leicht. Jeder Mensch hat irgendeinen Vogel, aber wenn er dann auch noch Geld hat, dann verurteilt man ihn interessanterweise gleich noch mehr, zumindest beobachtet man sein Verhalten gleich viel argwöhnischer.

Macht Geld jetzt glücklich oder nicht?  Als Mann steht man auf diese technischen Spielereien, Frauen kaufen sich Accessoires und Kaffeemaschinen. Auch wenn das eigentlich im Rahmen einer modernen Gesellschaft schon gar nicht mehr sein dürfte. Für kurze Zeit kann eine Neuanschaffung schon glücklich machen, und Vorfreude ist bekanntlich die schönste. Zu viel Geld verdirbt’s aber sicher ein bisschen, schon allein weil der Reiz wegfällt. Und das meine ich jetzt nicht auf diese moralschwangere “Es muss einem richtig schlecht gehen, damit man das Gute zu schätzen weiß”-Art. Auch wenn’s ein bisserl stimmt.

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Kirche.

09.10.2009

Na super, und schon flattert wieder ein Briefchen rein. Die Kirche meldet sich und will, schön heuchlerisch formuliert, gefälligst einen Beitrag zur Liquidität haben.
Jetzt hab ich natürlich als (momentan) Zivildienstleistender entsprechend die Möglichkeit, mich da wieder rauszuschummeln. Aber das behebt das Problem an sich nicht. Oja, so weit ist es schon gekommen. Ich bezeichne die Kirche als Problem.

Aber eigentlich gibt es auch so rein gar nichts, was mich bei dieser Institution halten würde. Taufe, Erstkommunion, Firmung – alles gehabt, und für Kinder ist das sowieso gleich wie für Eltern das reinste Horrorszenario. Die Kinder sind nervös, die Eltern gelangweilt. Also das kann mir nun wirklich keiner weismachen, dass diese urlangweilige traditionelle Zeremonie wirklich noch wen interessiert.
Aber besser, ich leg mich da nicht mit den Gläubigen an. Das ist nämlich komplett zwecklos. Ich kann also eigentlich nur für mich sprechen.
Kirchliche Hochzeit? Wer’s mag. Wer’s braucht. Standesamtlich kann aber genauso schön sein mit einer Feier danach. Was spricht dagegen? Abgesehen davon, dass die Ehe (ich spreche wieder für mich) ohnehin eine etwas veraltete Angelegenheit ist. Und wenn’s dann doch nicht geklappt hat, ist der Scherbenhaufen beinand und es wird schön kompliziert und umständlich.

Abgesehen davon hat sich die Kirche in den letzten Jahren schon einige starke Ausrutscher erlaubt. Da war doch diese Geschichte mit dem Nazi-Pfarrer oder so. Ich pass da schon gar nicht mehr auf, weil ich beim Thema Kirche sowieso nur mehr mit den Augen rollen kann. Auch ohne diese ganzen Nachrichten. Stockkonservativ, veraltet, und für mich einfach keine Weltanschauung. Aber frech Kirchensteuer verlangen. Und das teilweise gar nicht wenig.

Also, mein Austritt aus diesem Anglerverein wird damit wieder ein Stück konkreter.  Muss mich nur noch überwinden, diese bürokratische Hürde in Angriff zu nehmen. Weil einfach nur dabei bleiben, weil’s halt in der Gesellschaft “so üblich ist”, obwohl ich einfach genau Null Bezug dazu habe, das sehe ich nicht ein, da rebelliere ich sogar schon eher.

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Einkauf.

06.10.2009

Einkaufen macht keinen Spaß mehr. Gerade habe ich es klar erkannt. Eigentlich schon seit Jahren, aber jetzt bin ich endgültig zu dem Entschluss gekommen.

Jaja, es war nie mein absoluter Lieblingssport, mal eben durch Diskonter und Riesensupermärkte (Gattung: “Kommerziell bis zum Erbrechen”) zu hüpfen und singend irgendwelche Lebensmittel in den Einkaufswagen zu werfen nebst unzähliger anderer hochvergnügter Kundschaft.
Viel eher wird es vor allem an Samstagen zu einer Tortur, wenn sich zu Stoßzeiten inoffizielle Wettkämpfe abspielen. Disziplinen: Möglichst elegant andere mit dem eigenen Wagen blockieren; möglichst langsam vor anderen genau zum gleichen Regal gehen, Bonuspunkte gibt es für anschließendes “Genau selber oder mit dem Wagen vor dem gewünschten Artikel Herumstehen”; gute Voraussetzungen hat, wer zu hoher Entscheidungsunfreudigkeit oder gar -unfähigkeit tendiert, und in der Gegend rumstehen ist allemal drin.
Die Supermärkte selber lassen sich den Spaß natürlich auch nicht entgehen und nehmen teilweise selber an einigen dieser Spiele teil. Eigene Disziplinen gibt es dann für die Mitarbeiter an den Kassen: “Wie wenig Kassen dürfen offen sein, bevor einer der Kunden explodiert” und “Wie oft muss eine Kassenzettelrolle nachgefüllt werden” und so weiter – Spannend!
Gut, diese Dinge waren aber früher so und werden auch immer so bleiben. Das ist einfach das System und Murphy’s Gesetz, aber dem werde ich früher oder später noch einen eigenen Artikel widmen. Sehr bestimmt sogar. Wozu ist man denn auch pessimistisch realistisch veranlagt…

Was mich aber eigentlich aufregt, sind vor allem die Preispolitik und darauf beruhend auch die Importware. Obst und Gemüse? Inländisch? Sonst noch Wünsche? Na gut, dann bieten die Märkte halt sporadisch Inländisches. Aber nur “Bio”, dem Freischein für total überhöhte Preise, und für mich persönlich eines der Unwörter der neueren Zeit schlechthin. Immer noch mehr Gütesiegel, deren Aussagekraft mittlerweile gen null geht, was aber komplett irrelevant ist, weil die Masse diesbezüglich gern mal ein bisschen blind und naiv wird. Oder vielleicht sehe ich das zu kritisch. Nur sollte es eigentlich irgendwo “selbstverständlich” sein, dass man Bio erhält (zu welcher Ramschware wird dann eigentlich alles andere abgewertet?), aber das ist sowieso Wunschdenken und seit ewig nicht mehr drin.

Also. Transit, Preise, Kommerz. Letzteres natürlich bei einigen etwas zu aufgeblasenen Supermärkten mittlerweile nicht mehr auszuhalten. Dauerbeschallung und -bedudelung wie aus dem Bilderbuch. Eine Angebotsvielfalt, die eigentlich nie jemand wollte. Und so weiter. In kleinere Geschäfte ausweichen? Ist gegenwärtig auch schon nicht mehr drin. Es gibt einfach keine Greißlerläden mehr oder sonstige romantische, vom Landleben inspirierte Einrichtungen – sie überleben neben den Riesenmärkten halt nicht.
Was den Transit angeht: Leidiges Thema. Erdbeeren zu jeder Jahreszeit? Exotische Früchte, die diese Bezeichnung schon nicht mehr verdienen, weil sie mittlerweile in jeden Haushalt gehören? Das kennen wir ja alles, und dass es früher auch ohne diesen Blödsinn Luxus zum Überleben war, muss ich auch nicht näher erläutern.
Die Preise nehmen aber teilweise schon lächerliche Dimensionen an. Das Zeug wird einfach immer teurer, man denke nur an den Brotpreis, um jetzt mal ein absolutes Grundnahrungsmittel zu nennen. Und vor allem: Diejenigen Supermarktketten, die am lautesten mit ihren “günstigen” Preisen werben, sind immer die teuersten. Da verstehe ich die Mentalität der Marketer einfach nicht. Wie kann man Behauptungen aufstellen, die ein Blinder im Geschäft auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits widerlegen kann, indem er einfach Preise vergleicht? Skrupel sind in der Marktwirtschaft, speziell Werbung wohl fehl am Platz.

Noch ein Phänomen, über das man gut jammern kann: Egal wie die Konjunktur sich entwickelt – es wird einfach teurer. Aufschwung? Ja klar, höherer Preis, die Leute verdienen ja vielleicht bestimmt auch ein bisschen mehr. Krise? Höherer Preis. Irgendwie muss ja plötzlich irgendwer ums Überleben kämpfen oder so. Hab die Begründung jetzt nicht verstanden. Aber muss man ja nicht. Es wird halt trotzdem teurer, an und wann fand/findet sich sogar eine schriftliche Erklärung à la “Es tut uns Leid, dass wir die Preise anheben müssen, aber durch DIE KRISE sind die Einkaufspreise höher geworden und da dachten wir, das wäre doch eine schöne Gelegenheit, um teurer zu werden – unser Service für Sie!”

Jaja, genug gejammert. Da wird man ja noch ganz deprimiert, und so ganz kann und will ich das Ausmaß dieses Irrsinns auch gar nicht verstehen. Einkaufen wird halt langsam anstrengend, das ist schon alles, was ich versuche begreiflich zu machen.

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