Archiv für die Kategorie ‘Geschlechterkampf’

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Kapselsystem.

20.10.2009

Ich werde das Gefühl nicht los, dass Kaffeemaschinen mit Kapselsystem praktisch der Fußballsport der Frauen ist, also das neue Lieblingsspielzeug der Hausfrauen dynamischen Midage-Generation.
Wie viele Haushalte, die weibliche Vertreter unserer Rasse beinhalten, können es sich noch leisten, ohne eine dieser hippen, ultraschicken und technisch raffinierten Wunderwerke auszukommen? Schon die Anschaffung, die Planung einer Anschaffung, oder die Planung der Planung einer Anschaffung eines solchen Geräts rufen Euphoriezustände vergleichbar mit jenen von Männern bei sprechenden Sportwägen hervor.

Der Clou an der Sache ist ja, dass es heutzutage nicht mehr reicht, seinen Gästen “einen Kaffee” anzubieten. Nein, ähnlich den total überteuerten Gastronomiebetrieben muss eine ganze Auswahl geschaffen werden, um ein Maximum an Convenience für die Kundschaft zu erreichen. Wie haben wir das alles bloß in den Dekaden davor geschafft!?
Da werden Kapseln aller Art gebunkert und möglichst dekorativ zur Schau gestellt und am liebsten würden unsere Heldinnen auch noch genaue statistische Aufzeichnungen darüber führen, welche Sorte welche Popularität vorzuweisen hat. Am besten in Kuchendiagrammen. Haha, plattes Wortspiel, Verzeihung.
Die Frage “Willst einen Kaffee?” taugt also allerhöchstens als Einstiegsfrage für diese Beinahewissenschaft, will man ein moderner Gastgeber sein. Bei positiver Resonanz wird es dann wirklich spannend, denn jetzt muss gehandelt werden und alles möglichst unverkrampft, natürlich, aber flott und eindrucksvoll ablaufen. Wie stark darf er denn sein, auf einer Skala von 1-173? 168? Die ist gerade nicht vorrätig, au weia! Aber die 169er oder die 166er hätt’ ich da…

Stimmt, richtig, guter Einwand. Als ob die Stärke auf einer Skala angegeben wäre! Dass ich gerade auf die Idee komme!  Natürlich hat jeder einzelne dieser Stärkegrade einen möglichst bedeutungsvoll klingenden, schwer auszusprechenden, italienischen oder englischen Titel. Das mit der Skala dient nur als System dahinter, damit auch wirklich jeder die Spielregeln versteht, ansonsten wäre das alles ja gar keine Herausforderung!
Wobei man sagen muss, dass so mancher unter Umständen wagt, mit der gleichen Maschine oder dem gleichen Kapselsystem daheim vertraut zu sein, von dem her kann als Gastgeber entweder mächtig getrumpft werden mit Fachwissen und Können oder es entwickelt sich eine rege Diskussion zum Thema “Welche Sorte ist jetzt die beste für welche Gelegenheit und wie passt das alles zu meiner Frisur?”

Apropos Herausforderung.  Es hört noch lange nicht auf, denn wir haben gerade erst die Bestellung durch! Jetzt kommt der Moment, wo gazellengleich eine dieser Wunderkapseln aus einem Behältnis, einer Schublade, einer Vitrine oder egal woraus gefischt, die Kaffeemaschine damit bestückt und während des gesamten Vorgangs möglichst locker-lässig Smalltalk geführt werden muss – wenn da bloß mal nicht auf halbem Weg der Wassertank leer wird, das gibt Abzug! Als Mann natürlich undenkbar: Dank fehlender Multitaskfähigkeiten wären Schwitzflecken unvermeidlich!

Aber wer serviert denn heutzutage noch einfach Kaffee? Niemand!
Das Zauberwort heißt Milchschaum, das absolute Must-have der heutigen Zeit! Gleich im Anschluss an das eigentliche “Kaffeemachen” (also die vorher beschriebene Prozedur) muss mit perfekt sitzenden Handgriffen der Milchschaum erzeugt werden, quasi Abschlussprüfung. Wer hier versagt ist unten durch, wer ihn weglässt wirkt altmodisch.

Ihr sieht schon, es steckt sehr viel hinter der einfachen Fassade, wenn man sich nur ein bisserl mit dem Thema auseinandersetzt. Als Mann frage ich mich aber doch: Wenn es nicht um Kaffee ginge, wie viele Frauen wären dann so engagiert bei einem Stückchen Technik, besonders bei Küchengeräten..?

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Geschenke.

13.10.2009

Die totale Unart!
Geburtstag, na gut, da sag ich ja nix. Oder noch allgemeiner: Einmal pro Jahr für eine Person.
Alles was darüber hinaus geht, ist die reinste Zumutung. Danke an die Gesellschaft oder unser Kultur. Was auch immer halt Schuld daran ist, dass man andere zum Geburtstag und zu Weihnachten beschenken muss, und zu Ostern oder an Namenstagen sollte und so weiter. Ist doch so. Es sagt zwar keiner was, wenn mal nicht geschenkt wird, aber irgendwo existiert eine Liste, von der man gestrichen wird bei der nächsten Gelegenheit. Das passiert übrigens auch, wenn man ganz unoriginell schenkt, und das ist leider meistens der Fall, wenn man untalentierter Schenker ist.

Naja, sagen wir mal, das ist zumindest bei weiblichen Patienten so. Männer sehen das Ganze eher unkompliziert. Da muss auch nicht bei jedem Treffen ein Blech Kuchen und eine halbe Wildsau mitgeschleppt werden, nur weil man zu Gast ist. Schon mal was von Revanchieren gehört, die Damen? Das geht nämlich auch, sorgt für Abwechslung, ist angenehmer für alle Beteiligten. In der Regel hat der Gastgeber bereits genug Fressalien auf Vorrat, um alle zu versorgen – da bleiben diese Mitbringsel doch sowieso über*. Diskussionen diesbezüglich enden aber sowieso nur mit fassungs- und verständnislosen Gesichtern bei Frauen.

*an die Mannsbilder, die jetzt laut aufschreien: Bier ist natürlich eine Ausnahme. Es gibt immer Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

Der ungeheure Druck, der also auf einem lastet (Stichwort: “Oh nein, XYZ hat nächste Woche Geburtstag! Wer hat was, wer weiß was?!”) kann gar nicht gesund sein. Wieso erfindet die Menschheit eigentlich immer solche Rituale, die alle nur krank machen? Und ganz ehrlich: Ich hör eigentlich eher  weibliche Vertreter der Spezies Mensch jammern, obwohl die ja für gewöhnlich eher ein Händchen für Geschenke haben. Seltsam. Und paradox. Zumindest das Klischee will es so, dass Frauen die besseren Schenkerinnen sind, vermutlich weil das nächste Klischee besagt, dass Männer Geburtstage und solche Feierlichkeiten einfach vergessen.

Dann noch das Urteil über ein Geschenk, herrje! Als ob es nicht genug wäre, etwas aufgetrieben zu haben, nein, man ist ja nicht die einzige Person, die unter dem Gruppenzwang leidet, also ist Wettbewerb angesagt. Es gilt: Je günstiger und je origineller, desto besser. Für wenig Geld etwas Ausgefallenes zu erstehen – dafür erntet man normal Respekt und darf sich bis zur nächsten Gelegenheit als Schenkmaster rühmen und dies zu jeder Tageszeit zum Gesprächsthema machen, während sich die anderen schwarz ärgern, weil ihnen nicht so was Tolles eingefallen ist.
Aber der Stress ist das ja nicht wert. Zeit- und Geldaufwand sowieso, Krise hin oder her. Noch mehr Mutter- und Vatertage, die den Kindern ein schlechtes Gewissen machen, können nicht die Lösung sein, weil was unter Bekannten schon schlimm ist, stresst die nächsten Verwandten sowieso in doppeltem Maße.
Und ich muss auch ganz ehrlich sagen: Ein Gruppengeschenk sollte auch ein solches sein, und nicht nur eine aktienähnliche Formierung, in die sich die untalentierten Schenker einkaufen, um dann nicht mit leeren Händen dazustehen. Ich finde, zu diesem Untalent sollte man stehen und es sollte akzeptiert, nicht nur toleriert werden!

Umgekehrt, aus der Sicht des zu Beschenkenden, kann dem Ganzen auch einiges Negatives abgewonnen werden. Die Gutmütigen unter uns, die nicht nur egoistische Denkweisen an den Tag legen, haben vielleicht ein schlechtes Gewissen, wohlwissend, welche Strapazen andere für so eine Lächerlichkeit in Kauf genommen haben.
Kann das denn wirklich eine so wichtige Indikation der “Zuneigung” oder “Freundschaft” sein? Ich finde, dass Geschenke, je besser die Freundschaft ist, eigentlich sogar umso unwichtiger werden! Denkt über meine Worte nach und kommt zum gleichen Schluss. Bitte. Macht das Leben wieder ein Stück einfacher (oder ereignisloser, Auslegungssache).

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Stereotypen.

17.09.2009

Also nachdem mir mein vorheriger Blogeintrag schon wieder viel zu politisch war und viel zu viele Behauptungen in den Raum gestellt hat, die ich nicht einmal belegen konnte wollte, muss ich meine Themen wohl noch anspruchsloser gestalten.

Trotzdem. Stereotypen. Wer kennt welche? Und ich meine die, die man täglich auf der Straße antrifft. Oder für alle, die Straße nicht mehr kennen: Internet tut’s heutzutage auch schon. Web 2.0 und so. Ist denn wirklich alles nur ein Klischee? Schon, aber manchmal lebt das Klischee einfach.

Besonders gern hatte ich immer die Pelzkragentussis. Merkmale: Tschick, möglichst olivfarbene oder dunkle Jacke mit – no na – Pelzkragen, Karottenhose (hauteng und eine Spur zu kurz vielleicht) und Converse. Die Schuhe. Was weiß ich wie diese Gattung allgemein genannt wird. Chucks. So heißen die.
Zusätzlich natürlich immer gerne Makeup, und Handy in der Hand darf auch nie fehlen, vielleicht sogar wasserstoffblondierte Haare mit Ansatz. Aufallend: Tritt auf öffentlichen Plätzen meistens in Gruppen auf und verstellt sämtliche Ein-/Ausgänge. Stichwort Bahnhof. Ja genau, von daher weht der Wind.

Fairerweise muss man natürlich sagen, dass genügend andere Personen während dem Verlassen von Gebäuden seltsamerweise dazu neigen, einfach stehen zu bleiben. Völlig unbeeindruckt. Blockieren alles und jeden. Egal. Egoismus FTW. Aber darüber schreib ich dann das nächste mal.

Dann, noch gar nicht so lange her, die Krocha. Dazu muss ja nichts mehr gesagt werden. Wobei, das war ja schon nicht mehr stereotyp, das war einfach nur mehr lächerlich. Der Intellekt dieser Personengruppe hat immer sehr bescheiden auf mich gewirkt, und ich kann mir einfach nicht vorstellen… naja, bei manchen Leuten darf man sich halt nicht wundern.

Noch ein Stereotyp, und wieder kriegen die Frauen ihr Fett ab: Wasserstoffblond, mittleres Alter, Sonnenbrille (Wetter egal), pinkfarbener Lippenstift, Sonnenstudiobräune, Anzeichen von kosmetischen Eingriffen, weißer (Pelz-)Mantel. Vorzufinden in großen Autos. Und damit meine ich wirklich große Autos. Geländewagen, oder die Weichspülversion (SUV) muss es zumindest sein. Oh ja. Dafür haben die sicher schwer geschuftet.

Bei Männern wird’s eher schwieriger für mich.  Emos vielleicht. Aber das ist fad. Und die gibt’s bei Frauen auch.
Klassische Proleten sind für mich die, die Selbstporträts mit nacktem Oberkörper vor dem Spiegel von sich schießen (natürlich nur mit Handykamera, weil sonst kann man a) das fette Handy nicht sehen, b) die Dreckflecken am Spiegel nicht sehen, c) die “Qualität” der Handykamera nicht bestaunen) und als Profilfoto verwenden, Selbstauslöser kennt diese Rasse Gattung nicht. Ebensowenig richtige Belichtung. Freundliche Blicke? Sehr witzig. Irgendwelche Kettchen um den Hals und ein kleiner M5 bzw. getunter Golf in der Garage dürfen auch nicht fehlen. Sonnenstudio empfohlen.

Beide Gruppen (die Proleten und die Tussis) verstehen sich natürlich prächtig untereinander. Und pflegen auch diese tolle Kommunikation auf sozialen Netzwerken im Internet und noch geilere Nicknames. Ihr wisst schon, die nur mehr aus Sonderzeichen bestehen und vorrangig in L33t-Schreibweise verfasst sind.
In öffentlichen Verkehrsmitteln sind diese Personen überhaupt so wichtig, dass gleich jeder in Bus und Bahn weiß, welche Lokale er am kommenden Wochenende am besten einfach vermeiden sollte. Nein falsch, nicht kommendes Wochenende. Eigentlich JEDES Wochenende. Einige Ausgeh-Destinationen sind einfach prädestinierte Brutnester.

Ach ja, die Jugend. Bitte, geht’s doch alle Komasaufen. Dann erhöht sich die Chance, in offenen Zugwaggons nicht irgendwelche Oberchecker-/Girlymusik aus quäkenden Handylautsprechen mithören zu müssen gleich erheblich.

Ich bin echt saufroh, dass sich in meinem engeren Bekanntenkreis zumindest kein männlicher Verteter dieser Artgenossen vorfindet. Ich Glückspilz. Aber vermutlich würde sich aus Mangel an (freiwilligem) Kontakt sowieso nie eine Beziehung aufbauen lassen, was diese Aussage ad absurdum führt.

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Politische Korrektheit.

16.09.2009

Darf in keinem wichtigtuerischen guten Blog fehlen: Ein paar Worte über die seit einigen Jahren modische politische Korrektheit, die es einem im öffentlichen Raum verbieten will, lustige diskriminierende rassistische und sexistische Äußerungen zu tätigen.

Natürlich, Gedanken lassen sich nicht verbieten. Und noch (NOCH!) sind auch entsprechende Karikaturen oder Comics nicht verboten. Solange niemand persönlich verletzt und beleidigt wird, ist doch auch alles gut, und eine gute Portion Selbstironie gehört für mich immer dazu.

Aber es gibt Leute, die nehmen einfach alles persönlich. Selbstverständlich sind einige davon Politiker. Verzeihung. Politiker und Politikerinnen. Ach nein, wieder verkehrt. Politikerinnen und Politiker. Weiber Frauen zuerst. Was anderes schickt sich ja nicht. Grenzt schon wieder an eine Beleidigung.
Man würde ja gar nicht meinen, was Männer für Schweine sind, und wie diskriminiert einfach JEDER wird. Glaubt man nicht? Beweisvideo.

Für mich vermittelt es auch den Eindruck, als hätten Politiker jetzt einfach noch mehr heiße Luft zum Reden. Damit meine ich weniger inhaltlich, als einfach die Tatsache, dass durch das ständige “…Bürgerinnen und Bürger…”, “…Einwohnerinnen und Einwohner…”, “…Ärztinnen und Ärzte…” usw.  jeder Satz noch einmal länger wird, ohne wirklich aussagekräftiger zu werden. Wie praktisch!

Aber mit Ausnahme einiger Hardcoreemanzen engagierter Feministinnen (und Feministen??) und PolitikerInnen, die dem Zirkus wohl nicht mehr entrinnen können (weil Politische Korrektheit einfach in Mode ist und es anscheinend nix Wichtigeres zu tun gibt), findet es die gesammelte Mehrheit eine Frechheit, im besten Fall noch amüsant,  welche Diskussionen zu einer solchen Lappalie diesem Thema geführt werden, teilweise (wie auch im Video) fragt man sich, ob das tatsächlich noch alles ernst gemeint sein kann, denn die Steigerungen scheinen unbegrenzt.

Demnächst wird es in Boutiquen keine Herren- und keine Damenabteilung mehr geben, weil das wäre ja sexistisch. Jede Familie muss mindestens ein schwarzhäutiges Mitglied beherbergen. Sonst natürlich Rassismus. Eh klar. Aber Rassismus ist vielleicht noch eher ein Problem. Sexismus dagegen ist bereits, wer behauptet, dass die Geschlechter biologisch unterschiedliche Merkmale aufweisen. Solange dies nicht gerade in einem medizinischen Kontext erwähnt wird.

Und komischerweise werden in der Realität immer nur die Herren der Schöpfung als Ausbeuter hingestellt, Frauen sind generell als benachteiligt anzusehen und somit muss ihnen irgendwie ein Vorteil verschafft werden.
Braucht man sich doch nur das Thema Bundesheer/Zivildienst betrachten. Oder was ist mit der schwachsinnigen Frauenquote in “typschen Männerberufen”? Möchten Frauen denn überhaupt an Autos schrauben, dreckig werden, körperlich belastet werden auf Baustellen? Einige wenige vielleicht, und für die sehe ich, sofern sie dazu geeignet sind, keine Benachteiligung bei diesen Jobs.
Eignung bedeutet für mich aber auch körperliche und geistige Kriterien, die bei den Geschlechtern schon rein biologisch unterschiedlich sein müssen!
Titten Brüste sind für mich und hoffentlich auch alle anderen kein Argument, und dürfen auch zu keinem werden. Höchstens eine nette Draufgabe. Und in bestimmten Branchen der Männerunterhaltung.
Aber den Umstand, dass Frauen lieber anderen Berufen nachgehen als Männer einfach zu kritisieren und als unzulässig hinzustellen… irgendwas läuft gehörig falsch, vor allem wenn immer nur wir Männer schuld sind.

Und dabei habe ich jetzt noch nicht einmal Ausländer Personen mit Migrationshintergrund besprochen…

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