Archiv für die Kategorie ‘Modeerscheinung’

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Krise.

06.01.2010

Eigentlich hatte ich beschlossen, dieses Thema auszulassen angesichts der Lächerlichkeit und der ungeheuer inflationären Benutzung des Ausdrucks durch die Medien. Wer schluckt das eigentlich noch alles?

Es war einmal… irgendwann 2008, als ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen ist, und keiner hat es kommen sehen. Oh Schreck. Wer sitzt da und heult? Die, die es zum Einsturz gebracht haben. Natürlich muss will die Allgemeinheit (metaphorisch für Steuerzahler) diesen armen Kreaturen helfen, damit die möglichst schnell wieder so ein wackeliges Gerüst aufbauen können, oder was?

Mag sein, es hat auch echte Verlierer gegeben bei dieser Sache, die unschuldig waren. Nur allzu gern hätte man in den Nachrichten aber wöchentlich von tausenden Todesopfern berichtet, die an der direkten Folge der Krise gestorben sind. Vermutlich war man sogar seitens der Pharmaunternehmen kurz davor, eine Impfung gegen die Krise herauszubringen (oder einen beliebigen Ladenhüter, der zu einem solchen umdeklariert wurde). Andererseits waren aber auch wirklich alle viel zu beschäftigt damit, die Gelegenheit Krise zu nutzen, um vielleicht eh schon seit Längerem überflüssiges Personal abzubauen und möglichst staatliche Finanzspritzen zu bekommen. Es müssen eben Prioritäten gesetzt werden, und wie wir wissen, hat man für das Thema “Impfstoff” auch bald einen neuen Vorwand gefunden, aber darum geht es ja jetzt gar nicht.

In den Nachrichten lassen sich immer genau zwei Arten von Meldungen vernehmen: Entweder irgendwas habe sich wegen der Krise verschlechtert (auch wenn das rein überhaupt nichts damit zu tun hat) oder irgendwas hat sich trotz der Krise halten können oder sogar verbessert (man staune: die traditionsbewussten Österreicher kaufen an Weihnachten trotz der Krise (!!!!) Weihnachtsbäume UND Geschenke, ist denn sowas zu fassen!?).
Ich warte noch auf die neuerlichen Übernachtungsrückgänge beim (Ski)-Tourismus, ein Trend, der schon seit Jahren anhält. Paradoxerweise jubeln am Ende jeder Saison trotzdem alle mit einem Nächtigungsrekord, aber egal was kommt: Mit der Krise lässt sich schon eine passende Schlagzeile basteln, so oder so. Also entweder “Trotz Krise Nächtigungsrekord” oder “Nächtigungsrückgang wegen Krise” (nicht, dass da vielleicht mal der Zufall oder einfach eine ungünstige Wetterlage gerade bei Skiorten eine Rolle spielen könnten, abgesehen von den irrsinnigen Preisen).
Ja, die Leute fahren sogar noch mit dem eigenen Auto, telefonieren, lachen, heizen, fressen und scheißen – und das alles TROTZ DER KRISE!

Wie praktisch: So einen universell einsetzbaren Sündenbock hatte man schon lange nicht mehr! Wollen wir Preise und Steuern erhöhen? Sicher, für was haben wir denn die Krise! Zinsen auf praktisch Null setzen? Immer her damit! Angestellte entlassen und Gehälter (ausgenommen Manager und andere extrem wichtige Tiere, die brauchen mehr Geld wegen der Krise) kürzen? Jetzt ist die Gelegenheit!

Wie lange wird dieses Spiel jetzt noch so weitergehen, bevor die Luft raus ist?

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Kapselsystem.

20.10.2009

Ich werde das Gefühl nicht los, dass Kaffeemaschinen mit Kapselsystem praktisch der Fußballsport der Frauen ist, also das neue Lieblingsspielzeug der Hausfrauen dynamischen Midage-Generation.
Wie viele Haushalte, die weibliche Vertreter unserer Rasse beinhalten, können es sich noch leisten, ohne eine dieser hippen, ultraschicken und technisch raffinierten Wunderwerke auszukommen? Schon die Anschaffung, die Planung einer Anschaffung, oder die Planung der Planung einer Anschaffung eines solchen Geräts rufen Euphoriezustände vergleichbar mit jenen von Männern bei sprechenden Sportwägen hervor.

Der Clou an der Sache ist ja, dass es heutzutage nicht mehr reicht, seinen Gästen “einen Kaffee” anzubieten. Nein, ähnlich den total überteuerten Gastronomiebetrieben muss eine ganze Auswahl geschaffen werden, um ein Maximum an Convenience für die Kundschaft zu erreichen. Wie haben wir das alles bloß in den Dekaden davor geschafft!?
Da werden Kapseln aller Art gebunkert und möglichst dekorativ zur Schau gestellt und am liebsten würden unsere Heldinnen auch noch genaue statistische Aufzeichnungen darüber führen, welche Sorte welche Popularität vorzuweisen hat. Am besten in Kuchendiagrammen. Haha, plattes Wortspiel, Verzeihung.
Die Frage “Willst einen Kaffee?” taugt also allerhöchstens als Einstiegsfrage für diese Beinahewissenschaft, will man ein moderner Gastgeber sein. Bei positiver Resonanz wird es dann wirklich spannend, denn jetzt muss gehandelt werden und alles möglichst unverkrampft, natürlich, aber flott und eindrucksvoll ablaufen. Wie stark darf er denn sein, auf einer Skala von 1-173? 168? Die ist gerade nicht vorrätig, au weia! Aber die 169er oder die 166er hätt’ ich da…

Stimmt, richtig, guter Einwand. Als ob die Stärke auf einer Skala angegeben wäre! Dass ich gerade auf die Idee komme!  Natürlich hat jeder einzelne dieser Stärkegrade einen möglichst bedeutungsvoll klingenden, schwer auszusprechenden, italienischen oder englischen Titel. Das mit der Skala dient nur als System dahinter, damit auch wirklich jeder die Spielregeln versteht, ansonsten wäre das alles ja gar keine Herausforderung!
Wobei man sagen muss, dass so mancher unter Umständen wagt, mit der gleichen Maschine oder dem gleichen Kapselsystem daheim vertraut zu sein, von dem her kann als Gastgeber entweder mächtig getrumpft werden mit Fachwissen und Können oder es entwickelt sich eine rege Diskussion zum Thema “Welche Sorte ist jetzt die beste für welche Gelegenheit und wie passt das alles zu meiner Frisur?”

Apropos Herausforderung.  Es hört noch lange nicht auf, denn wir haben gerade erst die Bestellung durch! Jetzt kommt der Moment, wo gazellengleich eine dieser Wunderkapseln aus einem Behältnis, einer Schublade, einer Vitrine oder egal woraus gefischt, die Kaffeemaschine damit bestückt und während des gesamten Vorgangs möglichst locker-lässig Smalltalk geführt werden muss – wenn da bloß mal nicht auf halbem Weg der Wassertank leer wird, das gibt Abzug! Als Mann natürlich undenkbar: Dank fehlender Multitaskfähigkeiten wären Schwitzflecken unvermeidlich!

Aber wer serviert denn heutzutage noch einfach Kaffee? Niemand!
Das Zauberwort heißt Milchschaum, das absolute Must-have der heutigen Zeit! Gleich im Anschluss an das eigentliche “Kaffeemachen” (also die vorher beschriebene Prozedur) muss mit perfekt sitzenden Handgriffen der Milchschaum erzeugt werden, quasi Abschlussprüfung. Wer hier versagt ist unten durch, wer ihn weglässt wirkt altmodisch.

Ihr sieht schon, es steckt sehr viel hinter der einfachen Fassade, wenn man sich nur ein bisserl mit dem Thema auseinandersetzt. Als Mann frage ich mich aber doch: Wenn es nicht um Kaffee ginge, wie viele Frauen wären dann so engagiert bei einem Stückchen Technik, besonders bei Küchengeräten..?

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Maxi.

02.10.2009

Bin ich eigentlich paranoid oder habt ihr nicht auch das Gefühl, dass Firmen namhafter Süßwaren ihre Produkte seit Jahren schleichend kleiner machen? Das ist so unbefriedigend!! Und wenn man gleich die ganze 5er-Packung isst, dann wirkt man 1. gefräßig und 2. hat man selber ein schlechtes Gewissen.
Dazu kommt dann diese Unart, alles nochmal (und eher sogar hauptsächlich!) in winzigen, säuberlich verpackten Mini-Versionen anzubieten, bei denen mehr Abfall als Produkt enthalten ist. Nicht einmal ein Neugeborenes hätte von so einem Ameisenfurz genug, aber wenn man den Werbespots Glauben schenken möchte, wird ja zu besonderen Anlässen die ganze Packung dieser einzeln verpackten Mini-Teile in eine riesige Schüssel (Realistische Größenverhältnisse? Wer braucht die schon!) gegeben und dann essen viele fröhliche Gäste beim noch fröhlicheren Miteinander diese kleinen Häppchen und sind glücklich und haben die beste Zeit ihres Lebens. Mich überzeugt das nicht.
Weil in der Realität – Überraschung! – sieht das alles gleich viel trister aus. Da wird verzweifelt nach etwas Süßem gesucht, in der Hoffnung, etwas Großes, Reichhaltiges zu finden. Denkste: Nur noch Miniaturisierungen.

Kein Wunder, dass ich schon seit langem von riesigen, endlosen Schokoriegeln, fußballgroßen Muffins und kübelgroßen Packungen Schokopudding träume. Was wäre das für eine Genugtuung. Größe zählt halt doch.
Und für die Firmen doch wohl sicher viel eher der Kassenschlager, oder?! Man stelle sich die Werbung zu diesen Mörderteilen vor! Verschmierte Gesichter, komatöse Diabetiker, rülpsende, gesättigte Kinder, Stöhnen, Ächzen, Glückseligkeit. Brösel und Essenreste überall, das reinste Schlachtfeld. Und dann nochmal den Schriftzug der Firma einblenden. So schön könnte es sein.

Na gut, ich seh schon, die Firmen machen mehr Geld, wenn adipöse People einfach zehn Zehnerpackungen von der Zehnerpackung von der Kleinausgabe einer bislang normalgroßen Süßigkeit kaufen.
Dass aber auch immer alle das Leid anderer zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen und zu Geld machen, Schweinerei!

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Politische Korrektheit.

16.09.2009

Darf in keinem wichtigtuerischen guten Blog fehlen: Ein paar Worte über die seit einigen Jahren modische politische Korrektheit, die es einem im öffentlichen Raum verbieten will, lustige diskriminierende rassistische und sexistische Äußerungen zu tätigen.

Natürlich, Gedanken lassen sich nicht verbieten. Und noch (NOCH!) sind auch entsprechende Karikaturen oder Comics nicht verboten. Solange niemand persönlich verletzt und beleidigt wird, ist doch auch alles gut, und eine gute Portion Selbstironie gehört für mich immer dazu.

Aber es gibt Leute, die nehmen einfach alles persönlich. Selbstverständlich sind einige davon Politiker. Verzeihung. Politiker und Politikerinnen. Ach nein, wieder verkehrt. Politikerinnen und Politiker. Weiber Frauen zuerst. Was anderes schickt sich ja nicht. Grenzt schon wieder an eine Beleidigung.
Man würde ja gar nicht meinen, was Männer für Schweine sind, und wie diskriminiert einfach JEDER wird. Glaubt man nicht? Beweisvideo.

Für mich vermittelt es auch den Eindruck, als hätten Politiker jetzt einfach noch mehr heiße Luft zum Reden. Damit meine ich weniger inhaltlich, als einfach die Tatsache, dass durch das ständige “…Bürgerinnen und Bürger…”, “…Einwohnerinnen und Einwohner…”, “…Ärztinnen und Ärzte…” usw.  jeder Satz noch einmal länger wird, ohne wirklich aussagekräftiger zu werden. Wie praktisch!

Aber mit Ausnahme einiger Hardcoreemanzen engagierter Feministinnen (und Feministen??) und PolitikerInnen, die dem Zirkus wohl nicht mehr entrinnen können (weil Politische Korrektheit einfach in Mode ist und es anscheinend nix Wichtigeres zu tun gibt), findet es die gesammelte Mehrheit eine Frechheit, im besten Fall noch amüsant,  welche Diskussionen zu einer solchen Lappalie diesem Thema geführt werden, teilweise (wie auch im Video) fragt man sich, ob das tatsächlich noch alles ernst gemeint sein kann, denn die Steigerungen scheinen unbegrenzt.

Demnächst wird es in Boutiquen keine Herren- und keine Damenabteilung mehr geben, weil das wäre ja sexistisch. Jede Familie muss mindestens ein schwarzhäutiges Mitglied beherbergen. Sonst natürlich Rassismus. Eh klar. Aber Rassismus ist vielleicht noch eher ein Problem. Sexismus dagegen ist bereits, wer behauptet, dass die Geschlechter biologisch unterschiedliche Merkmale aufweisen. Solange dies nicht gerade in einem medizinischen Kontext erwähnt wird.

Und komischerweise werden in der Realität immer nur die Herren der Schöpfung als Ausbeuter hingestellt, Frauen sind generell als benachteiligt anzusehen und somit muss ihnen irgendwie ein Vorteil verschafft werden.
Braucht man sich doch nur das Thema Bundesheer/Zivildienst betrachten. Oder was ist mit der schwachsinnigen Frauenquote in “typschen Männerberufen”? Möchten Frauen denn überhaupt an Autos schrauben, dreckig werden, körperlich belastet werden auf Baustellen? Einige wenige vielleicht, und für die sehe ich, sofern sie dazu geeignet sind, keine Benachteiligung bei diesen Jobs.
Eignung bedeutet für mich aber auch körperliche und geistige Kriterien, die bei den Geschlechtern schon rein biologisch unterschiedlich sein müssen!
Titten Brüste sind für mich und hoffentlich auch alle anderen kein Argument, und dürfen auch zu keinem werden. Höchstens eine nette Draufgabe. Und in bestimmten Branchen der Männerunterhaltung.
Aber den Umstand, dass Frauen lieber anderen Berufen nachgehen als Männer einfach zu kritisieren und als unzulässig hinzustellen… irgendwas läuft gehörig falsch, vor allem wenn immer nur wir Männer schuld sind.

Und dabei habe ich jetzt noch nicht einmal Ausländer Personen mit Migrationshintergrund besprochen…

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